Geschichte Brasiliens

Bandeirantes

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Brasilien Reisen / Historie - Bandeirante war der Name des Anführers (Capitão - Mor) einer paramilitaren Gruppe aus São Paulo, die aus dutzenden Weißen, hunderten von Mamluken und tausenden von Indianern bestand. Diese sogenannten Bandeiras waren im 17. Jh. für die Zerstörung von über 50 Jesuiten - Reduktionen und den Tod bzw. die Versklavung von etwa einer halben Millionen Indianer verantwortlich.

Antônio Raposo Tavares (1598 - 1658), dem vielleicht berühmtesten aller Bandeirantes, führte 1624 eine Bandeiras - Expedition, bestehend aus 2.000 Indianern, 900 Mamluken und 69 Paulistanos, an. Alleine dieses Kommando zerstörte die meisten spanischen Jesuiten - Missionen und nahm über 60.000 Indianern gefangen.
bandeirantes
 
Von 1648 - 1652 leitete Tavares eine der längsten bekanntesten Bandeiras - Expeditionen von São Paulo an die Mündung des Amazonas (ca. 10.000 km). Von den 1.200 Männern die São Paulo 1648 verließen, erreichten lediglich 60 ihr Ziel. Tavares kehrte vom Amazonas nach São Paulo zurück, wo er wenige Jahre später starb.

Bis heute ist das Image der Bandeirantes bzw. deren Bandeiras stark umstritten. Einige verbinden mit diesem Namen die tollkühnen Helden, die unter monatelangem, manchmal jahrelangem Verzicht auf ihre Familie, neue Routen ins Hinterland Brasiliens (den Sertão) erschlossen und somit für dessen ökonomische und territoriale Expansion sorgten. Für andere zählen die Bandeirantes zu den größten Massenmördern ihrer Zeit.

In Erinnerung an die Bandeirantes tragen viele der großen Ausfallstraßen São Paulos ihren Namen (Raposo Tavares, Fernão Dias oder Anhangüera).

Siehe auch: Stadtplan São Paulo
 

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